Hydrauliköl überträgt in einer Hydraulikanlage die Kraft und schmiert die Bauteile. Welches Öl passt, hängt von der Klasse ab: HLP, HVLP und HEES unterscheiden sich in Temperaturbereich, Umweltverhalten und Viskosität. Dieser Vergleich erklärt den Unterschied und hilft, für einen konkreten Einsatz das richtige Hydrauliköl zu wählen. Produkte rund um Hydraulik finden sich im Bereich Hydraulikzylinder & Pumpen.
Die Buchstaben folgen der Norm DIN 51524 und beschreiben Aufbau und Additive:
· H steht für Hydraulik, L für alterungs- und korrosionsschützende Zusätze.
· P ergänzt einen Zusatz für den Verschleissschutz (pressure).
· V kennzeichnet einen hohen Viskositätsindex (Mehrbereich).
· D steht für detergierende Zusätze, E für einen Ester als Basis.
HLP: das Standard-Hydrauliköl nach DIN 51524-2
HLP ist das am weitesten verbreitete Hydrauliköl. Es basiert auf Mineralöl und enthält Additive für Oxidations-, Korrosionsschutz und Verschleissschutz. HLP entspricht der Norm DIN 51524-2 und eignet sich vor allem für stationäre Geräte bei normalen Temperaturen. Für einen Standardeinsatz ist HLP 46 mit der Viskosität ISO VG 46 typisch.
Eine Sonderform ist HLPD: Das zusätzliche „D" steht für detergierende und dispergierende Zusätze, die Schmutz und Wasser in der Schwebe halten und so eine gewisse Reinigung im Öl bewirken. Für Anlagen mit hoher Sauberkeit ist HLPD eine sinnvolle Wahl.
HVLP: Mehrbereichscharakter für weite Temperaturen (DIN 51524-3)
HVLP ist ein Hydrauliköl mit hohem Viskositätsindex. Durch spezielle Zusätze behält HVLP über einen weiten Temperaturbereich eine stabile Viskosität – dieser Mehrbereichscharakter ist das Kennzeichen der HVLP-Öle. HVLP entspricht DIN 51524-3.
Bei niedrigen Temperaturen bleibt HVLP dünnflüssig, bei Hitze behält es den Schmierfilm. Diese Technologie macht HVLP zur ersten Wahl für mobile Geräte, Baumaschinen im Freien und Kühlhäuser. Ein HVLP 46 deckt einen grossen Temperaturbereich ab, wo ein reines HLP an Grenzen stösst. Für stark schwankende Einsatztemperatur ist HVLP damit klar im Vorteil, und diese Technologie sichert einen stabilen Betrieb.
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Hinweis: Die Zahl hinter dem Kürzel ist keine Qualitätsangabe, sondern die Viskositätsklasse. HLP 46 und HVLP 46 haben bei 40 °C dieselbe Viskosität von rund 46 mm²/s – sie unterscheiden sich nur im Verhalten über die Temperatur. |
HEES: biologisch abbaubar nach ISO 15380
HEES ist ein biologisch schnell abbaubares Hydrauliköl auf Basis synthetischer Ester. Es entspricht ISO 15380 und kommt dort zum Einsatz, wo austretendes Öl die Umwelt gefährden würde – etwa bei Baumaschinen an Gewässern, in der Forstwirtschaft oder in Wasserschutzgebieten. HEES bietet für einen umweltsensiblen Einsatz gute Eigenschaften bei der Schmierung, stellt aber besondere Anforderungen an Dichtungen und Materialien.
Vor einem Wechsel auf HEES sind die Materialien im System und die Freigaben des Herstellers zu prüfen. Wer diese Frage vorab klärt, vermeidet Schäden und einen unnötigen Ölwechsel.
Viskosität und ISO-VG: die passende Klasse wählen
Unabhängig von der Klasse gibt die Viskosität an, wie dünn- oder dickflüssig ein Öl ist. Die ISO-VG-Klasse nennt die Zahl dafür; übliche Klassen sind ISO VG 32, 46 und 68. Welche Zahl passt, geben die Hersteller der Pumpe und der Anlage über ihre Freigaben und Spezifikationen vor.
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Merkmal |
HLP |
HVLP |
HEES |
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Basis |
Mineralöl |
Mineralöl |
synthetischer Ester |
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Norm |
DIN 51524-2 |
DIN 51524-3 |
ISO 15380 |
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Temperatur |
normal, stabil |
weiter Bereich |
mittel |
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Umwelt |
mineralisch |
mineralisch |
biologisch abbaubar |
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Einsatz |
stationäre Geräte |
mobile Geräte |
umweltsensibel |
Der wesentliche Unterschied zwischen den Klassen liegt im Temperaturverhalten, nicht in der Viskositätszahl. Ein Blick auf die Spezifikationen und die passenden Produkte verhindert einen teuren Fehlkauf, denn nicht jedes Öl passt zu jeder Anlage.
Hydrauliköl HLP, HVLP oder HEES richtig wählen
Die Wahl beim Hydrauliköl folgt der Frage nach Temperatur, Umgebung und Herstellerfreigabe. So findet sich für jeden Einsatzbereich das passende Öl:
1. Temperatur: stabile Werte sprechen für HLP, weite Schwankungen für HVLP.
2. Umwelt: in sensiblen Bedingungen ist HEES die richtige Wahl.
3. Freigaben: die Anforderungen des Herstellers und die Viskosität beachten.
Für einen stationären Betrieb bei stabiler Temperatur genügt HLP, für mobile Geräte im Ausseneinsatz bietet HVLP mit seinem Mehrbereichscharakter einen klaren Vorteil, und für umweltsensible Bedingungen führt an HEES kaum ein Weg vorbei. Ein sauberer Wechsel zwischen den Klassen verlangt geprüfte Dichtungen und die Entfernung des alten Öls. So bleiben Pumpe und Hydraulikzylinder langfristig geschützt.