Die Presstechnik hat sich in der Sanitär- und Heizungsinstallation als schnelle und zuverlässige Verbindungsmethode etabliert. Trotzdem treten beim Verpressen von Rohrleitungen regelmäßig Pressfitting Fehler auf, die zu undichten Verbindungen führen. Die meisten dieser Fehler entstehen bei der Vorbereitung, der Werkzeugwahl und dem Pressvorgang und lassen sich mit dem richtigen Vorgehen vermeiden. Dieser Beitrag beschreibt die sieben häufigsten Fehler und die jeweils passende Prävention.
Pressfittings in der Installationstechnik
Ein Pressfitting verbindet zwei Rohrenden über einen Dichtring und eine dauerhafte Verformung von Rohr und Fitting. Im Vergleich zu Verbindungstechniken wie Löten oder Schweißen lässt sich eine Rohrleitung mittels Presstechnik deutlich schneller erstellen, ohne offene Flamme und ohne lange Wartezeit. Wer über das passende Presswerkzeug verfügt, kann viele Arbeiten in Eigenleistung ausführen, ohne auf einen Handwerker warten zu müssen.
Bei der Pressung entsteht eine längskraftschlüssige Verbindung zwischen Rohr und Pressfitting. Diese hält dauerhaft fest zusammen und macht die Pressverbindungen robust und langlebig. Das Sortiment reicht von Edelstahl über C-Stahl bis zum Verbundrohr; für jedes Material gibt es einen eigenen Pressfitting und das passende Rohrzubehör.<
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Definition: Ein Pressfitting ist ein Rohrverbinder mit eingelegtem Dichtelement, der mit einem Presswerkzeug einmalig und unlösbar mit dem Rohr verpresst wird. Die Presskontur (zum Beispiel M, V oder TH) beschreibt die Form, mit der die Pressbacke den Pressfitting verformt. |
Die 7 häufigsten Pressfitting Fehler im Überblick
Die folgende Tabelle ordnet jeden Fehler seiner Ursache und der wichtigsten Gegenmaßnahme zu. Die Details zu jedem Punkt folgen in den Abschnitten darunter.
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Nr. |
Fehler |
Folge |
Prävention |
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1 |
Rohr und Pressfitting nicht kompatibel |
undichte oder instabile Verbindung |
System und Größe abstimmen |
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2 |
Rohrenden nicht entgratet und kalibriert |
Dichtring beschädigt |
entgraten, kalibrieren, reinigen |
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3 |
Falsche Pressbacke |
fehlerhafte Pressung |
Presskontur und Größe prüfen |
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4 |
Unzureichender Pressvorgang |
Verbindung dichtet nicht ab |
Pressbacke vollständig schließen |
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5 |
Falsche Positionierung der Pressbacke |
Druck an falscher Stelle |
Pressbacke korrekt ansetzen |
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6 |
Falsche Einstecktiefe |
instabile Verbindung |
bis zum Anschlag einschieben |
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7 |
Nachpressen des Pressfittings |
Verformung und Undichtigkeit |
Fitting ersetzen |
1. Rohr und Pressfitting passen nicht zusammen
Sind Rohr und Pressfitting nicht aufeinander abgestimmt, dichtet die Verbindungsstelle nicht sauber ab oder hält dem Betriebsdruck nicht stand. Entscheidend ist die Systemzulassung: Material, Durchmesser und Presskontur von Rohr und Fitting müssen zum jeweiligen System gehören. Hersteller geben für ihre Pressverbindungen freigegebene Kombinationen vor. Wer einen Pressfitting eines fremden Systems verbaut, riskiert eine undichte Verbindung. Ein kurzer Blick in die Systemfreigabe vor dem Kauf nennt die zulässigen Materialien und Größen für die jeweilige Kombination.
2. Rohrenden nicht entgratet, kalibriert und gereinigt
Nach dem Ablängen bleiben am Rohr scharfe Kanten, Späne und Grate zurück. Diese Enden verursachen massive Probleme, weil sie den Dichtring beschädigen und zu undichten Verbindungen führen, die oft erst nach Jahren auffallen. Vor dem Pressen sind die Rohrenden deshalb zu entgraten, zu kalibrieren und zu reinigen.
· Rohr mit geeignetem Werkzeug abschneiden: Rohrschere oder Rohrabschneider verwenden, je nach Werkstoff. Sauberes Schneid- und Trennwerkzeug sorgt für gerade Schnitte ohne Quetschung.
· Entgraten und kalibrieren: Ein Entgrater entfernt Grate und bringt das Rohrende in seine ursprüngliche Form zurück. Eine manuelle Lösung stellen Handentgrater dar, die am Rohrende angesetzt und mehrmals gedreht werden.
3. Falsche Pressbacke
Die Pressbacke überträgt die Kraft des Werkzeugs auf den Pressfitting. Passt sie nicht zur Presskontur oder zum Durchmesser, entsteht eine fehlerhafte Pressung. Solche Verbindungen können auf den ersten Blick dicht wirken und führen später trotzdem zu Undichtigkeiten. Vor der Auswahl ist zunächst die Presskontur zu klären, danach die Größe.
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Presskontur |
Typische Anwendung |
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M |
Edelstahl- und Kupferpressfittings |
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V |
Edelstahl, C-Stahl, Kupfer |
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TH |
Verbundrohr (Mehrschichtverbundrohr) |
Ein Rohr mit 22 mm Durchmesser benötigt eine Pressbacke 22 mm, ein 28-mm-Rohr eine Pressbacke 28 mm. Rohrdurchmesser und Backengröße sind aufeinander abzustimmen. Geprüftes und gewartetes Werkzeug verhindert Abnutzungsschäden an der Verbindung.
4. Unzureichender Pressvorgang
Wird der Pressvorgang zu früh abgebrochen oder reicht der Pressdruck nicht aus, schließt die Pressbacke nicht vollständig. Die Verbindung dichtet dann nur teilweise ab und es entstehen Leckagen. Das Presswerkzeug muss ausreichend Druck aufbauen und sollte mindestens einmal jährlich gewartet und geprüft werden. Ein geeignetes Presswerkzeug führt den Pressvorgang vollständig aus. Der Vorgang ist erst abgeschlossen, wenn die Pressbacke komplett geschlossen ist; eine Sichtprüfung bestätigt das Ergebnis.
5. Falsche Positionierung der Pressbacke
Steckt der Pressfitting im Rohr und wird die Pressbacke an der falschen Stelle angesetzt, wirkt der Pressdruck nicht auf den vorgesehenen Bereich. Die Folge ist eine undichte Verbindung. Die Pressbacke gehört genau auf den dafür vorgesehenen Pressbereich des Pressfittings und muss gleichmäßig schließen. Eine kurze Kontrolle der Position vor dem Auslösen verhindert diesen Fehler zuverlässig, gerade bei beengten Platzverhältnissen.
6. Falsche Einstecktiefe des Pressfittings
Wird der Pressfitting nicht bis zum Anschlag in das Rohr geschoben oder sitzt er schief, entsteht eine unsaubere Pressung und eine instabile Verbindung. Diese falsche Positionierung zählt zu den häufigsten Fehlern, weil der Pressfitting beim Ansetzen des Werkzeugs leicht verrutscht.
1. Den Pressfitting bis zum Anschlag in das Rohr schieben.
2. Bei Verbundrohr die Einstecktiefe über die Sichtfenster prüfen, bei Edelstahl und Kupfer die Position mit einem Marker am Rohr anzeichnen.
3. Unmittelbar vor dem Pressvorgang kontrollieren, ob der Pressfitting noch korrekt sitzt.
Viele Pressfittings besitzen sogenannte Sichtfenster, über die sich die Einstecktiefe von Rohr und Fitting kontrollieren lässt.
7. Nachpressen von Pressfittings
Ein Pressfitting ist für einen einmaligen Pressvorgang konzipiert. Durch die erste Pressung sind Rohr und Pressfitting bereits verformt. Wird erneut angesetzt und nachgepresst, entstehen zusätzliche Verformungen, die zu Undichtigkeiten führen können. Das Nachpressen ist deshalb nicht zulässig. Fehlpressungen lassen sich dennoch leicht beheben: Den betroffenen Pressfitting mit einem Rohrabschneider entfernen und die Pressverbindung mit einem neuen Fitting erneuern.
Dichtheitsprüfung: undichte Verbindungen sachgerecht beheben
Nach Abschluss der Installation ist eine Dichtheitsprüfung durchzuführen, um zu bestätigen, dass alle Verbindungen korrekt verpresst wurden. Ein Wasser- oder Luftdrucktest zeigt, ob das System dicht ist: Bleibt der Druck über den vorgegebenen Zeitraum konstant, sind die Pressverbindungen in Ordnung. Das Ergebnis ist zu protokollieren, da das Protokoll als Nachweis für Gewährleistung und Haftung dient.
Fällt der Druck, ist mindestens eine Stelle undicht. Zur Behebung den Restdruck ablassen, die undichte Stelle lokalisieren und den betroffenen Fitting – zum Beispiel eine Pressfitting-Muffe – mit dem Rohrabschneider entfernen. Anschließend wird die Verbindung neu hergestellt und erneut auf Dichtheit geprüft.
Werkzeug und Vorbereitung für dichte Pressverbindungen
Ein großer Teil der häufige Fehler entsteht, bevor der erste Pressfitting am Rohr sitzt. Eine geordnete Vorbereitung senkt das Risiko und macht die Installation planbar. Bewährt hat sich eine feste Reihenfolge, bevor man ein Rohr pressen kann:
· Material prüfen: Rohr, Dichtring und Pressfitting auf Beschädigungen und Sauberkeit kontrollieren.
· Werkzeug vorbereiten: Pressbacke zur Kontur wählen und das Pressgerät auf einwandfreie Funktion prüfen.
· Sichtkontrolle: Einstecktiefe und Sitz des Fittings vor dem Auslösen prüfen.
Wer diese Technik konsequent anwendet, umgeht die typischen Schwachstellen der Presstechnik. Auch für Einsteiger wird die Installation dadurch nachvollziehbar, weil jeder Schritt eine klare Funktion erfüllt und jeder Pressfitting unter gleichen Bedingungen verarbeitet wird. Die Wahl eines geprüften Werkzeugs und sauberer Komponenten ist Teil der Fehlerprävention, lange bevor der eigentliche Pressvorgang einer Installation beginnt.
Pressfittings verarbeiten: häufige Fragen
Woran erkennt man einen undichten Pressfitting?
Ein undichter Pressfitting zeigt sich beim Drucktest durch fallenden Druck oder später durch Feuchtigkeit an der Verbindung. Häufige Ursachen sind ein beschädigter Dichtring, eine falsche Pressbacke oder ein nicht vollständig ausgeführter Pressvorgang. Die betroffene Stelle wird lokalisiert, der Fitting entfernt und durch einen neuen Fitting ersetzt.
Welches Werkzeug wird für die Installation benötigt?
Für eine fachgerechte Installation sind ein Rohrabschneider, ein Entgrater und ein geprüftes Pressgerät nötig. Die Pressbacke muss zur Presskontur und zur Größe des Rohrs passen. Mit dieser Technik gelingt die Verbindung mit dem Pressfitting zuverlässig, auch ohne Erfahrung im Löten oder Schweißen.
Pressfitting Fehler vermeiden: Einordnung und Empfehlung
Die häufigen Fehler beim Verpressen folgen einem klaren Muster: Sie entstehen bei der Auswahl von Rohr und Fitting, bei der Vorbereitung der Rohrenden und beim Pressvorgang. Wer Material und Presskontur abstimmt, die Rohrenden entgratet und reinigt, die richtige Pressbacke nutzt, die Einstecktiefe kontrolliert und auf das Nachpressen verzichtet, erhält mit jedem Pressfitting eine dauerhaft dichte Pressverbindung. Mit geprüftem Presswerkzeug, sorgfältiger Sichtkontrolle und einer abschließenden Dichtheitsprüfung gelingt die Installation mit der Presstechnik auch in Eigenleistung zuverlässig. So bleibt der Pressfitting über die gesamte Lebensdauer der Rohrleitung eine sichere Verbindung.