Die Presskontur bestimmt, ob eine gepresste Rohrverbindung dauerhaft dicht hält. Sie beschreibt die Form, die Pressbacken beim Pressvorgang in einen Pressfitting einprägen. Weil jedes Press System eine eigene Geometrie nutzt, müssen Pressbacken, Fitting und Rohr exakt zusammenpassen. Dieser Beitrag ordnet die vier gängigen Pressfitting Konturen – V Kontur, M Kontur, TH Kontur und B Kontur – ein und erklärt ihre Unterschiede in Aufbau, Material und Einsatz.
Was ist eine Presskontur?
Ein Pressfitting verbindet zwei Rohre, indem eine Pressmaschine über Pressbacken radialen Druck aufbringt. Die Pressbacken verformen den Fitting bleibend und pressen dessen Dichtelement gegen das Rohr. Die Form dieser Verformung heißt Presskontur oder Pressprofil und ist immer auf die Dichtelemente des jeweiligen Pressfittings abgestimmt. Pressfitting und Pressbacken tragen daher stets dieselbe Pressbacken Kontur.
Jede Presskontur trägt eine Kurzbezeichnung aus Buchstaben und Zahlen. Die Buchstaben verweisen meist auf den Hersteller oder das System, das die Kontur zuerst auf den Markt gebracht hat. Die Zahlen geben den Rohrdurchmesser in Millimetern an: Eine Pressbacke vom Typ TH 16 verpresst einen Pressfitting für 16 mm Außendurchmesser. Ein anderes Press System kann dieselbe Pressbacken Kontur in einer eigenen Serie führen. Das Pressprofil und die Dichtelemente bleiben dabei aufeinander abgestimmt.
Pressbacken lassen sich nicht universell einsetzen. Pressbacken für Verbundrohr passen nicht zu Fittings aus Edelstahl. Die richtige Presskontur richtet sich nach drei Größen: dem Rohrmaterial, dem Durchmesser und dem verwendeten Presssystem.
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Definition: Die Presskontur ist die geometrische Form, die eine Pressbacke beim Pressvorgang erzeugt. Sie muss zur Kontur des Pressfittings und zu dessen Dichtelementen passen, damit die Verbindung dicht bleibt. |
Die vier Pressfitting Konturen im Detail
Die folgenden Abschnitte ordnen die vier Presskonturen nach Material und Einsatz. V Kontur und M Kontur gehören zum Bereich der metallischen Fittings, TH Kontur und B Kontur decken weitere Materialien ab.
V Kontur
Die V Kontur zählt zu den am weitesten verbreiteten Presskonturen für metallische Fittings. Der Hersteller Viega nutzt die V Kontur in seinen Systemen für Kupfer, Edelstahl und C-Stahl. Kennzeichnend ist ein kurzer Hals hinter der Presskammer: Die Pressbacken pressen vor und hinter dem Dichtwulst, sodass eine formschlüssige Verbindung entsteht. Viele weitere Hersteller bauen ebenfalls auf die V Kontur, wodurch sie sich am Markt als Quasi-Standard etabliert hat.
M Kontur
Auch die M Kontur ist für metallische Pressfittings aus Kupfer, Edelstahl und C-Stahl ausgelegt. Bekannt wurde sie durch das System Geberit Mapress. Im Unterschied zur V Kontur besitzt der Fitting hinter der Presskammer keinen Hals. In Funktion und Dichtheit gelten beide Konturen als gleichwertig; sie unterscheiden sich vor allem in der Geometrie und damit in der Wahl der passenden Pressbacken. M Kontur und V Kontur sind untereinander nicht kompatibel.
TH Kontur
Die TH Kontur ist die häufigste Presskontur für Verbundrohr, also für Mehrschicht- und Aluverbundrohr. Zahlreiche Systeme für Sanitär, Heizung und Kühlung nutzen sie. Pressfittings und Pressbacken tragen hier dieselbe TH Kontur, ergänzt um die Zahl für den Rohrdurchmesser. Daneben sind im Bereich Verbundrohr auch die U Kontur und weitere Profile verbreitet.
B Kontur
Die B Kontur hat sich als verbreitete Presskontur für metallische Pressfittings aus Kupfer in den Dimensionen 12 bis 54 mm etabliert. Sie kommt vor allem bei Kupfer-Installationen für Trinkwasser und Heizung zum Einsatz. Mehrere Hersteller bieten Fittings mit B Kontur an; teils wird das Profil auch in Verbundrohr-Systemen genutzt. Wegen der Überschneidung mit anderen Konturen lohnt der Blick ins Datenblatt des Systemanbieters.
Materialien, Anwendungen und Vorteile
Welche Kontur infrage kommt, hängt stark vom Rohrmaterial ab. Für Trinkwasser- und Heizungsinstallationen aus Kupfer eignen sich V Kontur, M Kontur und B Kontur. Edelstahl wird vorwiegend mit V Kontur oder M Kontur verarbeitet, etwa in der Industrie oder bei Gas. Rohre aus C-Stahl, außen verzinkt, kommen in geschlossenen Heizungs-Systemen zum Einsatz. Ein Verbund aus Kunststoff und Aluminium, das Verbundrohr, wird mit der TH Kontur oder verwandten Profilen verpresst.
Die Vorteile dieser Presskonturen liegen in schnellen, kalt herstellbaren Verbindungen ohne offene Flamme. Wer Rohre kalt pressen lässt, verkürzt die Montagezeit und erhält reproduzierbare Verbindungen in gleichbleibender Qualität. Typische Anwendungen reichen von Trinkwasser über Heizung bis zu Druckluft- und Industrie-Rohrleitungen. Auch Rotguss-Fittings für Gewindeübergänge fügen sich in solche Installationen ein, sodass sich ganze Rohrleitungen in einem System pressen lassen. In Heizung und Trinkwasser sorgen ein passender Pressfitting und geprüfte Pressbacken für dauerhaft dichte Verbindungen am Rohr.
V, M, TH und B Kontur im Vergleich
Die folgenden Angaben fassen die vier Presskonturen mit ihren typischen Materialien und Einsatzbereichen zusammen. Sie zeigen, warum die Wahl der Kontur immer am konkreten Projekt und am verfügbaren Sortiment ansetzt. Wer Hersteller, Rohr und Einsatzbereiche kennt, grenzt das passende Presssystem schnell ein.
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Kontur |
Hauptmaterial |
Typische Systeme |
Einsatzbereich |
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V Kontur |
Kupfer, Edelstahl, C-Stahl |
Viega u. a. |
Trinkwasser, Heizung, Industrie |
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M Kontur |
Kupfer, Edelstahl, C-Stahl |
Geberit Mapress u. a. |
Trinkwasser, Heizung, Gas |
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TH Kontur |
Aluverbundrohr |
viele Systemanbieter |
Sanitär, Heizung, Kühlung |
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B Kontur |
Kupfer (12–54 mm) |
mehrere Anbieter |
Trinkwasser, Heizung |
Die Auswahl der passenden Pressbacken folgt einer klaren Reihenfolge:
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Systemhersteller und Presssystem des Fittings bestimmen.
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Rohrmaterial prüfen – Kupfer, Edelstahl, C-Stahl oder Verbundrohr.
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Presskontur dem Fitting zuordnen (V, M, TH oder B).
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Rohrdurchmesser ablesen und die passende Zahl wählen.
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Pressbacke und Pressmaschine auf Kompatibilität prüfen.
Für ein dichtes Ergebnis sind außerdem diese Angaben entscheidend:
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Außendurchmesser von Rohr und Fitting
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Wandstärke des Rohres
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zulässige Kontur laut Systemfreigabe
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Zustand und Verschleiß der Pressbacken
Wer diese Punkte ordnet, findet im Sortiment an Pressfittings und Rohrzubehör schneller die passenden Produkte für das jeweilige Rohr.
Pressbacken, Presszange und Pressmaschine
Pressbacken und die Presszange bilden das Bindeglied zwischen Pressmaschine und Fitting. Hersteller wie Rems und Rothenberger führen Pressbacken in den Konturen V, M, TH, U Kontur und weiteren, abgestimmt auf gängige Pressmaschinen. Rems und Rothenberger bieten dazu passende Pressringe für große Durchmesser. Die Hersteller Viega, Geberit und Frabo legen fest, welche Presskontur für ihre Fittings freigegeben ist. Geberit hat mit der G Kontur eine eigene Variante auf den Markt gebracht, während viele Edelstahl- und Kupfer-Systeme auf V Kontur oder M Kontur setzen. Die G Kontur ergänzt damit das Angebot am Markt.
Eine einzelne Presszange deckt je nach Bauart mehrere Durchmesser ab; für größere Dimensionen kommen Pressbacken in Ringbauweise mit Zwischenbacken zum Einsatz. Bei Rems und Rothenberger ist die jeweilige Kontur auf der Pressbacke markiert. Entscheidend bleibt die Freigabe: Nur die zugelassene Kombination aus Pressbacken, Presszange und Pressmaschine presst eine geprüfte Verbindung. Im Hinblick auf Trinkwasser lassen viele Hersteller ihre Systeme nach Normen wie DVGW prüfen, was Monteure bei der Auswahl als Orientierung nutzen. Die Dichtelemente im Fitting bestimmen dabei, wie weit sich Rohr und Kontur verformen dürfen. Für mobile Einsätze eignen sich kompakte Presswerkzeuge mit passender Presszange.
Die saubere Zuordnung von Kontur, Material und Werkzeug zahlt sich direkt aus: Sie verkürzt die Montage und sorgt für eine effiziente Rohrinstallation mit Pressfittings. Für Rotguss-Übergänge auf Gewinde gelten dieselben Grundsätze wie für jede Pressverbindung; auch hier muss die Kontur zum Rohr und zur Pressbacke passen.
Presskonturen richtig zuordnen: Worauf es bei der Auswahl ankommt
Die Auswahl der richtigen Presskontur entscheidet über Dichtheit, Sicherheit und Effizienz jeder Pressverbindung. V Kontur und M Kontur dominieren bei metallischen Fittings aus Kupfer, Edelstahl und C-Stahl, die TH Kontur bei Verbundrohr und die B Kontur bei Kupfer in den Dimensionen 12 bis 54 mm. Wer Material, Durchmesser und Presssystem korrekt zuordnet und nur freigegebene Pressbacken einsetzt, kann jedes Rohr sicher pressen und erzielt ein sauberes Ergebnis sowie einen messbaren Arbeitserfolg. Bei offenen Fragen helfen das Datenblatt der Hersteller oder eine technische Beratung weiter. Ein passendes Sortiment an Pressfittings, Pressbacken und Presszange bildet im jeweiligen System die Grundlage, um dichte Verbindungen in Trinkwasser- und Heizungs-Rohrleitungen zu pressen.