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Spiralbohrer, Gewindebohrer, Kegelsenker, Hammerbohrer und Trennscheiben: Verbrauchsmaterial richtig auswählen

Wer Löcher bohrt, Innengewinde schneidet, Bohrungen entgratet oder Metall trennt, braucht dafür kein Spezialwerkzeug im eigentlichen Sinn, sondern robustes, richtig gewähltes Verbrauchsmaterial: Spiralbohrer, Gewindebohrer, Kegelsenker und Trennscheiben gehören zur Grundausstattung in Werkstatt, Metallbau und Instandhaltung. Anders als bei grossformatigen Kernbohrungen mit der Magnetbohrmaschine – dazu mehr in den separaten Ratgebern Kernbohrer richtig einsetzen und Kernbohrer Standzeit verlängern – geht es hier um die alltäglichen kleineren Durchmesser: einzelne Bohrungen, Gewinde bis M12, das Entgraten von Löchern und das Trennen von Blechen und Profilen. Dieser Beitrag ordnet die gängigen Werkzeugarten nach Werkstoff und Anwendungsfall ein und zeigt, worauf bei der Auswahl zu achten ist – inklusive eines kurzen Abstechers zum Hammerbohrer, der zwar zur gleichen Verbrauchsmaterial-Familie zählt, aber für eine andere Werkstoffklasse gedacht ist: Beton und Mauerwerk statt Metall. Für Einkauf und Werkstattleitung lohnt sich die saubere Zuordnung doppelt: Sie verhindert Fehlbestellungen und reduziert die Zahl der Werkzeugbrüche, die in der Praxis meist nicht am Werkzeug selbst liegen, sondern an der falschen Wahl für den jeweiligen Werkstoff.

Spiralbohrer: HSS oder HSS-Co je nach Werkstoff

Der Spiralbohrer ist das Standardwerkzeug für Löcher in Metall, Kunststoff und vielen weiteren Werkstoffen. Entscheidend für Standzeit und Bohrqualität ist dabei weniger die Bohrergeometrie als die Materialwahl des Bohrers selbst: Reine HSS-Bohrer (Schnellarbeitsstahl) eignen sich für unlegierte und niedriglegierte Stähle sowie viele Nichteisenmetalle. Sobald jedoch Werkstoffe mit höherem Legierungsgehalt oder höherer Festigkeit bearbeitet werden – etwa Edelstahl oder hochfeste Baustähle –, stösst reines HSS an seine thermische Belastungsgrenze, und der Verschleiss steigt spürbar.

Für solche Anwendungen sind kobaltlegierte HSS-Co-Bohrer die robustere Wahl. Das Spiralbohrer-Set 25-teilig – HSS-Co DIN 338 besteht aus 5 % kobaltlegiertem HSS nach DIN 338 und ist laut Hersteller für Werkstoffe mit Festigkeiten über 800 N/mm² ausgelegt – ein Bereich, in dem reine HSS-Bohrer erfahrungsgemäss deutlich schneller verschleissen. Das Set liefert 25 verschiedene Bohrdurchmesser in einer robusten PVC-Kassette, sodass die gängigen Lochgrössen für Werkstatt und Industrie abgedeckt sind, ohne jeden Durchmesser einzeln nachbeschaffen zu müssen.

Gewindebohrer: Innengewinde wirtschaftlich schneiden

Damit eine Schraube in einem gebohrten Loch sicher Halt findet, muss zuvor ein Innengewinde geschnitten werden – das übernimmt der Gewindebohrer. Vor dem eigentlichen Gewindeschneiden ist ein sogenanntes Kernloch mit dem passenden Spiralbohrer-Durchmesser vorzubohren; als grobe Faustregel gilt dabei: Kernlochdurchmesser entspricht ungefähr dem Gewindedurchmesser abzüglich der Gewindesteigung. Wird das Kernloch zu klein gebohrt, steigt die Kraft beim Gewindeschneiden und das Abbrechen des Gewindebohrers wird wahrscheinlicher; ein zu grosses Kernloch ergibt dagegen ein unvollständiges, tragfähigkeitsschwaches Gewinde.

Konkret bedeutet das etwa für ein metrisches Regelgewinde M8 mit 1,25 mm Steigung einen Kernlochdurchmesser von rund 6,8 mm – die genaue Grösse liefert stets die einschlägige Gewindetabelle des Herstellers oder Normwerks, die Faustformel dient nur der groben Einordnung beim Materialeinkauf.

Weil Vorbohren und Gewindeschneiden zusammengehören, ist ein kombiniertes Set häufig die praktischere Lösung als die Einzelbeschaffung von Spiralbohrern und Gewindebohrern. Der Gewindebohrer- und Bohrersatz 14-tlg. aus Schnellarbeitsstahl enthält sowohl Spiralbohrer als auch Gewindebohrer für Gewinde bis M12 und deckt damit die in Metallbau, Maschinenbau und Werkstatt am häufigsten benötigten Gewindegrössen in einer stabilen Aufbewahrungsbox ab. Für Werkstoffe mit höherem Legierungsgehalt gilt bei Gewindebohrern grundsätzlich derselbe Zusammenhang wie bei Spiralbohrern: Eine kobaltlegierte Variante erhöht die Standzeit gegenüber reinem HSS deutlich. Wird ein Gewinde von Hand geschnitten, empfiehlt sich zudem der Einsatz eines Schneidöls oder einer Kühlschmierung: Sie reduziert die Reibung im Gewindegang, erleichtert den Spanabtransport aus dem Loch und senkt damit ebenfalls das Risiko eines abgebrochenen Gewindebohrers.

Kegelsenker: Entgraten und Senken in einem Arbeitsgang

Nach dem Bohren bleibt am Lochrand häufig ein Grat zurück, der scharfkantig ist und bei Schraubverbindungen die plane Auflage der Schraube stört. Ein Kegelsenker entfernt diesen Grat und erzeugt zugleich die kegelige Senkung für Senkkopfschrauben – beides in einem Arbeitsgang. Das Kegelsenker-Set HSS 90° – 6-teilig – DIN 335 Form C – Zylinderschaft deckt mit sechs Durchmessern von 6,3 bis 20,5 mm die gängigen Senkkopfschraubengrössen ab. Die Bauform nach DIN 335 Form C mit 90°-Senkwinkel und drei Schneiden ist für Senkkopfschrauben mit 90°-Kopfwinkel ausgelegt und sorgt laut Hersteller für ruhigen Lauf. Der Zylinderschaft passt in gängige Dreibackenbohrfutter, sodass sich das Set direkt an Bohrmaschine oder Ständerbohrmaschine einsetzen lässt, ohne einen speziellen Werkzeughalter zu benötigen. Für ein sauberes Ergebnis ohne Freistich am Lochrand gilt bei Kegelsenkern allgemein: Eine vergleichsweise niedrige Schnittgeschwindigkeit bei etwas höherem Vorschub liefert bessere Ergebnisse als hohe Drehzahl mit geringem Anpressdruck – zu schnelles, zu vorsichtiges Ansenken begünstigt eher Rattermarken als ein zügiger, kontrollierter Arbeitsgang.

Hammerbohrer SDS-Plus: andere Werkstoffklasse – Beton und Mauerwerk

Anders als die bisher genannten Werkzeuge ist der Hammerbohrer nicht für Metall, sondern für Beton und Mauerwerk gedacht – er gehört trotzdem zur gleichen Verbrauchsmaterial-Familie, weil auch er in Werkstatt und Baustellenbetrieb laufend nachbeschafft wird. Der Hammerbohrer SDS Plus verfügt über vier Hartmetallschneiden an einem Vollhartmetallkopf und ist für Dübellöcher in armiertem Beton (Stahlbeton) ausgelegt. Laut Hersteller hält er dadurch bis zu dreimal länger als ein Standardbohrer. Die SDS-Plus-Aufnahme passt in die entsprechenden Bohrhämmer und überträgt sowohl die Drehbewegung als auch den Schlagimpuls – ein reiner Spiralbohrer ohne Schlagfunktion kommt in armiertem Beton kaum voran und ist für diese Anwendung nicht geeignet. Trifft der Bohrer beim Setzen eines Dübellochs auf Bewehrungseisen, sind die vier Hartmetallschneiden zwar robuster als ein Standardbohrer, ein gezieltes Durchbohren von Bewehrungsstahl ist damit trotzdem nicht vorgesehen; in solchen Fällen ist die Bohrposition zu verschieben oder vorab mit einem geeigneten Ortungsgerät zu prüfen, ob sich an der geplanten Stelle Bewehrung befindet.

Wer regelmässig grössere Bohrungen mit der Magnetbohrmaschine ausführt, findet die dazu passende Anleitung im separaten Beitrag Magnetbohrmaschine richtig bedienen.

Trennscheiben für Winkelschleifer: Werkstoff und Norm beachten

Trennscheiben für Winkelschleifer trennen Stahl, Edelstahl, Bleche und Profile – vorausgesetzt, Scheibe und Werkstoff passen zusammen. Die Trennscheiben 125×1,2×22 – Inox – 25 Stück sind laut Hersteller für das Trennen von Stahl, Edelstahl, Blechen und Profilen geeignet, verfügen über ein hochverdichtetes Korn in Kombination mit einer hochwertigen Bindung für lange Lebensdauer und sind vollständig zertifiziert. Sie zählen zu den gefragtesten Produkten im Sortiment und werden entsprechend regelmässig nachbestellt. Wie bei allen gebundenen Schleif- und Trennscheiben bestimmen zwei Faktoren die Leistung: das Schleifkorn, das den eigentlichen Materialabtrag übernimmt, und die Bindung, die das Korn zusammenhält und dabei so verschleisst, dass laufend neue, scharfe Kornkanten freigelegt werden. Eine dünne Scheibenstärke von 1,2 mm reduziert den Schnittspalt und damit den Materialverlust sowie den Wärmeeintrag ins Werkstück – ein Vorteil vor allem bei dünnwandigen Blechen und Profilen, bei denen ein zu breiter, heisser Schnitt den Rand verziehen kann.

In der Praxis lohnt sich dennoch eine konsequente Trennung nach Werkstoff: Eine Scheibe, die zuvor an unlegiertem Stahl eingesetzt wurde, sollte nicht mehr für Edelstahl verwendet werden – anhaftende Stahlpartikel können auf der Edelstahloberfläche Fremdrost begünstigen. Zusätzlich ist bei jeder Trennscheibe die auf der Scheibe angegebene zulässige Höchstdrehzahl zu beachten; sie darf am Winkelschleifer nicht überschritten werden. Seitliches Anschleifen mit einer Trennscheibe ist wegen erhöhter Bruchgefahr nicht zulässig; für Trennarbeiten ist zudem eine beidseitig abdeckende Schutzhaube am Winkelschleifer vorgesehen.

Arbeitssicherheit beim Bohren, Gewindeschneiden und Trennen

Rotierende und trennende Werkzeuge bergen mechanische Gefahren, denen mit einfachen, aber konsequent angewendeten Massnahmen zu begegnen ist. Beim Bohren, Senken und insbesondere beim Trennschleifen mit dem Winkelschleifer ist Augenschutz gegen wegfliegende Späne und Funken erforderlich; in Deutschland regelt die DGUV Regel 112-192 die Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz, und die DGUV Information 209-002 "Schleifen" beschreibt die typischen Gefährdungen beim Schleifen und Trennschleifen im Detail. In der Schweiz gelten die entsprechenden Vorgaben der SUVA zu Augenschutz und zum sicheren Einsatz rotierender Handwerkzeuge.

Handschuhe sind an handgeführten Bohrmaschinen und Winkelschleifern mit Vorsicht zu betrachten: An rotierenden Spindeln und Bohrfuttern können sie sich verfangen und werden dann selbst zur Gefahr. Sie sind deshalb vor allem beim Werkstückhandling – etwa an scharfen Blechkanten oder Graten – sinnvoll, nicht zwingend während des eigentlichen Bohr- oder Trennvorgangs. Werkstücke gehören grundsätzlich fest gespannt statt von Hand gehalten, das gilt für das Bohren ebenso wie für das Trennen mit dem Winkelschleifer.

Beim Schlagbohren mit dem Hammerbohrer entsteht zusätzlich Bohrstaub, der über eine Staubabsaugung am Bohrhammer oder zumindest über eine Atemschutzmaske aufgefangen werden sollte, insbesondere bei längeren Bohrarbeiten über Kopf. Beim Trennschleifen über längere Zeiträume ist zudem Gehörschutz angezeigt, da Winkelschleifer im Trenneinsatz einen hohen Dauerschallpegel erzeugen. Festes, geschlossenes Schuhwerk gehört an jedem Arbeitsplatz mit rotierenden Werkzeugen zur Grundausstattung, unabhängig vom konkreten Werkzeug.

Typische Auswahlfehler

  • Falsche Bohrerqualität für den Werkstoff: Reines HSS an Edelstahl oder hochfesten Stählen einzusetzen, führt zu schnellem Verschleiss und schlechterer Oberflächenqualität; hier ist HSS-Co die robustere Wahl.
  • Kernloch falsch dimensioniert: Ein zu kleines Kernloch erhöht die Bruchgefahr des Gewindebohrers, ein zu grosses ergibt ein tragfähigkeitsschwaches Gewinde.
  • Trennscheibe wird werkstoffübergreifend eingesetzt: Eine an Stahl verwendete Scheibe anschliessend für Edelstahl weiterzuverwenden, riskiert Fremdrost auf der Edelstahloberfläche.
  • Hammerbohrer und Spiralbohrer verwechselt: Ein Spiralbohrer ohne Schlagfunktion kommt in armiertem Beton kaum voran; ein Hammerbohrer wiederum ist für saubere Bohrungen in Metall nicht ausgelegt.
  • Verbrauchsmaterial wird bis zum sichtbaren Ausfall genutzt: Stumpfe Bohrer und Gewindebohrer erhöhen Kraftaufwand und Wärmeentwicklung und damit auch das Bruchrisiko – ein rechtzeitiger Wechsel ist wirtschaftlicher als der Weiterbetrieb bis zum Totalausfall.

Werkzeug, Werkstoff und Aufgabe im Überblick

Werkzeug Werkstoff Aufgabe
Spiralbohrer (HSS bzw. HSS-Co) Stahl, Aluminium, NE-Metalle, Kunststoff Bohren von Löchern
Gewindebohrer Metall Innengewinde schneiden
Kegelsenker Metall, Holz, Kunststoff Entgraten und Senken für Senkkopfschrauben
Hammerbohrer SDS-Plus Armierter Beton, Mauerwerk Dübellöcher schlagbohren
Trennscheibe Stahl, Edelstahl, Bleche, Profile Trennen mit dem Winkelschleifer

Kaufberatung: Verbrauchsmaterial nach Werkstoff und Aufgabe wählen

Ausgangspunkt für die Auswahl ist immer der zu bearbeitende Werkstoff und die konkrete Aufgabe, nicht ein vermeintlich universelles Werkzeug: Für Löcher in Stahl und Aluminium eignet sich der Spiralbohrer, bei höherfesten oder höherlegierten Werkstoffen die HSS-Co-Variante. Folgt auf das Loch ein Innengewinde, kommt der Gewindebohrer zum Einsatz – im kombinierten Set lassen sich Vorbohren und Gewindeschneiden aus einer Beschaffung abdecken. Für das Entgraten und Senken von Bohrungen für Senkkopfschrauben ist der Kegelsenker das passende Werkzeug. Geht es dagegen um Bohrungen in Beton oder Mauerwerk, ist statt eines Spiralbohrers ein Hammerbohrer mit Schlagfunktion gefragt. Und beim Trennen von Blechen und Profilen entscheidet die Werkstoffwahl der Trennscheibe über Standzeit und Ergebnis.

Wer diese Zuordnung beachtet, reduziert Werkzeugbruch, unnötigen Verbrauch und Nacharbeit im Alltag von Werkstatt, Metallbau und Instandhaltung. Das vollständige Sortiment an Schneid- und Trennwerkzeugen – inklusive der hier vorgestellten Bohrer-, Senker- und Trennscheiben-Sets sowie der Kernbohrer für grössere Durchmesser – steht für die Beschaffung im Überblick zur Verfügung.